Schreiben warum?

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Das Tagebuch liegt auf dem Tisch. Denken an verschiedene Autoren…und Richtungen.

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Thomas Bernhard meinte sinngemäss, schreiben, weil sonst das Leben für ihn nur schwerlich zu ertragen sei. Der Umgang mit Hindernissen, Hürden und Blockaden…dem Inneren einen Ausdruck verleihen. In diesem Zusammenhang fällt Georg Stefan Troller ein:

„Das Innere wächst sich nach außen.“

Troller, der Exilant, kommt in seinen Büchern und Filmen, immer wieder auf die Brüchigkeiten des Lebens zu sprechen. Hier kann sprachlicher, in diesem Sinne schriftlicher Ausdruck, eine Hilfe und Ortsbestimmung sein. Der Schreiber drückt sich aus, so wie der Fischer den Anker wirft…ohne zu wissen, wo er landet. Die Weite kann Reiz und Schrecken zugleich sein. Dem Niemandsland steht die Verortung gegenüber. Wie lange kann man sich den Schwachsinn einer Konsum-Diktatur noch antun? Das ist nur eine Frage des Weges. Und schon ist man bei Albert Camus und der „Hochzeit des Lichts“. Jeder Schreiber wünscht sich lichte Momente…

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Liebeszeichen – Brandzeichen II

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Da sind sie versammelt, Oscar Wilde, Henry Miller, Thomas Bernhard, Albert Camus… alles Querdenker ihrer Zeit. Nicht zu vergessen: Georg Stefan Troller und Axel Corti.

Ein dynamisches Bild aus vielen Bildern

Alles ist in Bewegung. Sie lebten in verschiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten, und dennoch gibt es Verbindungen. So auch zwischen meinen Freunden, den lebenden und verstorbenen. Manche würden sie Sonderlinge oder „komische Vögel“ nennen. Komisch gilt nur bedingt, denn Scharfsinn gehört auch mit dazu, hier Esprit, dort britisch, schwarzer Humor. Alles in allem, sind sie aber keine Schwarzseher, auch wenn manche sie gerne so darstellen. Kuriositäten finden sich bei ihnen allemal…

Karl ist inoffizieller Weltmeister im Kaffeehaus-Sitzen, Hippie, ein ehemaliger Hüttenbewohner der Pyrenäen, der verstorbene Louis brachte es fertig, mit Seemannspullover in die Badewanne zu gehen…und Fuchskappe hing nach Lourdes in Südfrankreich am Kreuz. Das sind Eckpunkte eigenwilliger Existenzen.

NORMAL – kann man das nicht nennen,

aber es ist so wie es ist…wie immer man das nennen mag. Es hat stattgefunden und es findet immer noch statt, wenn auch etwas anders…

Liebeszeichen – Brandzeichen ist ab sofort im Handel vorbestellbar

Liebeszeichen Brandzeichen

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To write is to be

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Es ist nicht nur eine Aneinanderreihung von Worten, es ist weit mehr. Es ist ein Bild aus tausend Bildern. Erscheint das Wortgemälde auch einfach, wer mag behaupten, dass es so ist?  Das Buch ist ein Ergebnis, ein Blogbeitrag auch. Selbst ein Zeitungsartikel hat seine Vorgeschichte.

Alles Schreiben folgt Motivationen

 

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Was bewegte den Autor zu schreiben?

War es die Lust am Nachdenken? Waren Erlebnisse so intensiv, so direkt, so stark…, dass der tiefe Wunsch bestand, es ausdrücken zu wollen, vielleicht sogar zu müssen? Schwer denkbar, dass es die pure Lust am Schreiben war. Aber auch das kann vorkommen. Das zweckfreie Spiel mit Gedanken und Worten. Der Unterschied zu Thomas Bernhard und seiner Auffassung vom Schreiben, ist frappierend. Bei ihm dominiert die Schärfe, die gnadenlose Zielführung. Ihm gegenüber steht zum Beispiel Jack Kerouac. Er schrieb wie ein Jazz-Musiker. Bebop. Wild riffs. Man könnte noch andere Autoren anführen, die für klare Konturen sorgten, die starke Akzente setzten. Henry Miller nannte Kant einen Leisetreter. Miller forderte auf:

„Bremsen raus!“

Zugleich sagte er:

„Ich möchte die Schrecken bannen, die den Menschen daran hindern, zu seiner vollen Größe emporzuwachsen.“

Er setzte alles auf eine Karte

Das kann man heute auch noch machen, aber die Zeiten sind andere. Die Menge an Provokation und Skandalisierung, ist über die Ufer des Erträglichen geflutet. Beide verfolgen keine tieferen Absichten mehr, erreichen keine Vielschichtigkeit, wie man es sich von „guter“ Literatur erwartet, zumindest erhofft. Bloße Provokation ist langweilig und die lange Kette der Skandale, zerstört das Feingefühl. Differenzieren ist nicht mehr gefragt, sondern „Plakatierung“.

Auf Kosten tieferer Erkenntnisse, wird gekaspert, gejohlt, provoziert, angeklagt, angegriffen, bagatellisiert… im wahrsten Sinne des Wortes, schlecht buchstabiert.

Was wirklich langweilt, ist die Einseitigkeit…

 

Im Namen der Kommunikation …II

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Das „große Bla Bla“, so nannte es Big Daddy im Film:                                    käse

„Die Katze auf dem heißen Blechdach“, jenem Streifen,

der nun wahrlich schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

Man könnte es auch schlicht Geschwätz nennen,

was da geballt unterwegs ist, gepaart, frei nach Thomas Bernhard,

mit Verlogenheit, die der alte, schreibende Schwarzmaler aus Österreich, der ein glänzender Sezierer war, flächendeckend meinte zu erkennen. Ein Sammelsurium aus gegenseitigem Betrug, mehr oder minder gepflegt, mehr oder minder grässlich.

An diesem unwürdigen Schauspiel sind nicht nur die Medien beteiligt, sondern auch der „Normalbürger“, quer durch alle Schichten und Bildungsvolumen. Letztere haben enorm an Größe und Gewicht abgenommen, gleichen einem Schweizer Käse mit mehr Löchern als Substanz. Sprach man noch vor geraumer Zeit von Halbwissen, so hat man sich mittlerweile am Achtelwissen zu orientieren, Tendenz weiter abnehmend.

„Big Brother“ is fucking you, small brother, too.

Denn, wenn es darum geht Farbe zu bekennen, ist der Normalbürger nicht minder schnell verschwunden wie die Medienvertreter. Wenn es um Selbstkritik und Selbstreflektion geht, dann herrscht bestenfalls der Konjunktiv oder man lässt gleich alles unter den Tisch fallen, ändert die Aufführung und das Bühnenbild. Es wird ein hübsches Heimatschauspiel im globalen Dorf aufgeführt, wo man die gute, alte Zeit beschwört, sich nach ihr sehnt, sie aber nicht wirklich betrauert. Für Trauer bleibt keine Zeit.

Denn die nächste Sau muss durchs Dorf getrieben werden …