Nach-Hause-Kommen

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„Feel like home“, diese Worte sind schon alt…ob sie wohl aus England stammen? Angesiedelt sind sie im Grunde überall, denn sie sprechen von einem tiefen menschlichen Bedürfnis nach Sicherheit, Geborgenheit und Wärme. Worum es auch bei ihnen geht, das sind die Wurzeln des Menschen. Man kann nur mit ihnen, aber nicht gegen sie leben. Ohne Identifikation gibt es keine sinnvolle Existenz und ohne Sinn, kein Grund, es sei denn, der Mensch würde sinnlos handeln oder durch Sinnlosigkeiten angetrieben werden. Diese können aber niemals das Bedürfnis des Nach-Hause-Kommens füllen; im Gegenteil.

herzmeer

Einklang und Stimmigkeit, danach sehnt sich der Mensch, denn Einklang trägt…und erzeugt Wohlgefühl. Über die „Wurzeln“ gelangen die Nährstoffe in jedes Lebewesen. Ist der Boden aber kontaminiert oder versiegelt, kann kein Wachstum gelingen, dann gibt es auch kein „Nach-Hause-Kommen“. Wachstum ist unumgänglich mit Identifikation verbunden.

Artgeflecht – Heider Kunst-Tour 2013 – Teil IX

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Die Natur hat nicht nur ihre Schönheiten,                         Farbe_Baum_Holger

sondern auch ihre Tücken.

Wer wie ich, öfters im Freien schläft,

und das ohne Zelt, der hat schon einiges erlebt.

Jupp hatte mir als Schlafquartier einen Wohnwagen

zur Verfügung gestellt.

Dieses nach meinen Maßstäben Luxusquartier, stand zirka dreihundert Meter

oberhalb der Scheune gleich neben seinem Eselmobil.

Dort hinauf, ging es über eine ziemlich schmale, steile Steintreppe.

Das letzte Licht war gelöscht, ich hatte eine kleine Taschenlampe,

Bettzeug und noch ein Glas Wein.

Der Lichtstrahl der Taschenlampe war eher schmal, auf einen kleinen Punkt fixiert.

Sie konnte aber bestimmt einen ganzen Kilometer weit leuchten, wenn nicht noch weiter.

 

Beseelt vom schönen Abend, verabschiedeten sich die letzten Sünder, Künstler, Musiker

und Helfer. Ein paar Nachtschwärmer blieben noch sitzen.

Ivan Jordanowicz, der russische Poet, wünschte auch eine gute Nacht.

Poeten von und mit Bedeutung, setzen immer noch gegen Ende eine Geste.

Er nahm seinen Strohhut langsam vom Kopf und grüsste das Volk zum Abschied.

Und das kleine Volk grüsste zurück.

Ivan hatte lichtes Haar, so wie es sich für einen tiefgreifenden Poeten gehört.

Was oben fehlte, war aber hinten noch dran. Ein langer, zusammengebundener Zopf,

mit einer langen Geschichte, die aber kaum jemand kannte,

floss in die Dunkelheit.

 

Ich war erstaunt, wie gut ich die schmale Steintreppe hinauf kam,

die kein Geländer hat. Irgendwo in der Ferne sang eine Eule und als ich oben war,

hielt ich an und schaute zu den Sternen. Auf dem Land sieht man sie besonders gut.

Eine immer wieder beeindruckende Weite, die so einiges relatvieren,

be- und entzaubern kann.

Was unten auf der Erde groß und mächtig erscheint,

spielt dort oben absolut keine Rolle.

Dann schritt ich weiter. Ein paar Blätter knisterten unter meinen Füßen und einige

Steine antworteten.

Es gibt so viele Elemente in der Natur. An eines hatte ich nicht gedacht.

Die Baumwurzel, die Mutter aller Baumwurzeln…